i n v i t r o - fotografische Versuchsreihen
Text zur Ausstellung

Der nachfolgende Text stammt aus einem "Lexikon der Technik" von 1953,
und ich finde ihn großartig passend zu einer Galerie, die Labor 019 heißt;
zu einer Ausstellung von Digitalfotografie, wie auch zu den Motiven.

 

Medizinische Laboratoriumsgeräte 443

wie in der Zelle. Durch Anfärben mit besonderem Farbstoff werden die Konzentrationen der Eiweißkörper als dunkle und helle Streifen sichtbar. Die Auswertung geschieht mit einer Art registrierendem Kolorimeter. Der Streifen zieht an einer Photozelle vorbei, synchron mit dem über das Lichtzeiger-Galvanometer laufenden Film. Die registrierten Extinktionswerte (Lichtauslöschungswerte) zeigen die Konzentration an.

OPTlSCHE GERÄTE

Untersuchung von Körperzellen und Bakterien. Zur stark (bis zu 1500fach) vergrößerten Wiedergabe von Körperzellen dienen die normalen Lichtmikroskope. Mit ihnen werden gefärbte tote Zellen beobachtet. Mit Sonderanordnungen kann man auch lebende Zellen untersuchen, die ungefärbt im normalen Mikroskop nicht sichtbar werden.
Hier wird nur auf einige Besonderheiten der medizinischen Anwendung verwiesen.

Dunkelfeldbeleuchtung. Bei seitlicher Objektbeleuchtung bleibt das Gesichtsfeld dunkel, während stark lichtbrechende Zellen, z.B. Syphiliserreger, sichtbar werden.

Phasenkontrast-Mikroskopie. Sie ermöglicht die Beobachtung von Lebensvorgängen innerhalb der Zellen.

Lumineszens-Mikroskopie. Bei Bestrahlung mit kurzwelligem (unsichtbarem) Licht senden manche Zellen, Substanzen und Chemikalien sichtbares Licht aus; dadurch lassen sich gewisse Bakterien auch ohne Färbung und lebend sichtbar machen.

Untersuchung von Körperflüssigkeiten und -substanzen. Körperflüssigkeiten enthalten gelöst oder suspendiert gewisse Stoffe, die auf optischem Wege durch Absorption, Färbung, Polarisation oder Lichtbrechung gemessen werden können. Spektroskope, Kolorimeter, Photometer, Nephelometer, Polarimeter und Refraktometer werden bei solchen Untersuchungen verwendet.

Spektroskope. Sie dienen in der Medizin zum qualitativen Nachweis von Körpersubstanzen. Ein paralleles Lichtstrahlenbündel trifft im Spektroskop durch einen schmalen Spalt auf ein Prismensystem. Dort wird das kurzwellige Licht stärker aus seiner Richtung abgelenkt als langwelliges. Das Beobachterauge sieht die sogenannten Regenbogenfarben, aus denen sich das eingestrahlte weiße Licht ursprünglich zusammensetzt. Jede Farbe entspricht einer bestimmten Lichtwellenlänge.
Jede zu untersuchende Substanz zeigt bestimmte Absorptionsbanden, d. h., sie löscht bestimmte Wellenlängen des eingestrahlten Lichtes aus. Diese in jeweils ganz bestimmten Wellenlängengebieten liegenden Banden zeigen sich im Spektroskop auf der Wellenlängenskala als dunkle Stellen. Sie dienen zur Identifizierung der untersuchten Substanz, die in den Strahlengang des Spektroskops als Lösung in einer Küvette eingeschoben ist.

Kolorimeter. Die bei den Spektroskopen beschriebenen Absorptionsbanden sind die Maxima der spektralen Absorptionskurven der Substanzen. Abgesehen vom qualitativen Verlauf der Absorptionskurve ist der Grad der Lichtauslöschung (Extinktion) abhängig von der Konzentration der Substanz. Die Farbe einer Substanz entspricht dem nicht
von ihr absorbierten Licht.
Bei den subjektiven Kolorimetern wird unter Kontrolle des Auges die Farbintensität der Versuchsflüssigkeit mit einem Farbstoff gleicher Farbe verglichen. Auswertungsgesetz: Konzentration umgekehrt proportional Schichtdicke.

Eintauchkolorimeter. Die für gleiche Helligkeit notwendige Eintauchtiefe zweier durchleuchteter Glasstäbe in Versuchslösung und Vergleichslösung wird gemessen.
Im Prinzip ähnlich sind die Kolorimeter mit einem verstellbaren Graukeil.
Einfachste Kolorimeter für Spezialzwecke sind das Blutzuckerkolorimeter (Crecelius) mit drehbarer Farbvergleichsscheibe und der Sahli-Apparat zur Hämoglobinbestimmung. Verglichen wird die Verdünnung des Blutes bis zur Farbgleichheit mit einem gefärbten Glasstab.

Pulfrich-Photometer. Die Lichtdurchlässigkeit zweier Glaströge mit Versuchsflüssigkeit und Leerlösungen wird mit einer ablesbaren Blende auf gleiche Helligkeit abgestimmt. Zur Auswertung dient das Beersche Gesetz.
Die hier aufgeführten Kolorimeter sind wegen der vom Auge abhängigen Einstellung mit subjektiven Fehlern behaftet. Lichtelektrische Absolut-Kolorimeter vermeiden diesen Fehler.
Zum Pulfrich-Photometer wird neuerdings eine lichtelektrische Zusatzeinrichtung geliefert.

Nephelometer. Im Gegensatz zum durchgefallenen Licht bei der Kolorimetrie wird das seitwärts abgebeugte Licht trüber Lösungen zur quantitativen Bestimmung von Trübungsreaktionen (Eiweißfällungen u. ä.) gemessen.
 



< nach oben