Fotografiert in einer
Ausstellung des gleich-
namigen Radierzyklus
von Christoph Meyer
in der Galerie Labor 019 -
mit einer Tagebuchnotiz
von Lothar Trolle - zu
einem Gedicht von
Paul Célan - Collagen
von I.Walz



 
 
D u  b i s t,  w o  d e i n  A u g  i s t ...
(Vers aus einem Gedicht von Paul Celan)


Mein besonderer Dank gilt Christoph Meyer, durch dessen gleichnamigen Radierzyklus ich dieses wunderbare Motto für meine Galerie gefunden habe. Die Augenmotive sind aus diesem Zyklus entnommen und zitiert, bei dem Raum handelt es sich um das obere Zimmer der Galerie Labor 019 in Berlin-Weißensee.
(Berlin, 1998)



tagebuchnotiz
variation zu einem bekanntem thema: / ( DU BIST, WO DEIN AUG IST, ... / P.C.) /

ich (montag, 10.6.1996 gegen 10.30 uhr) bin / über dem mauerende (an der gegenüberliegenden hofseite) bei den drei vier ästen des holunderstrauchs, / die da über die mauer ragen, / hinter den holunderästen in dem (aufschäumenden?) grün des dahinterstehenden größeren holunders / hinter dem dachsims des nachbarhauses über dem dachfirst des hauses der querstraßegegenüber / dem fetzen wolkenweiß dem unaufhörlichem blau (dieses heißen junivormittags) /

Lothar Trolle
Berlin / Weißensee , den 10.6.1996



Paul Celan:

Zu beiden Händen, da
wo die Sterne mir wuchsen, fern
allen Himmeln, nah
allen Himmeln:
Wie
wacht es sich da! Wie
tut sich die Welt auf, mitten
durch uns!

Du bist,
wo dein Aug ist, du bist
oben, bist
unten, ich
finde hinaus.

O diese wandernde leere
gastliche Mitte. Getrennt,
fall ich dir zu, fällst
du mir zu, einander
entfallen, sehn wir
hindurch:

Das
Selbe
hat uns
verloren, das
Selbe
hat uns
vergessen, das
Selbe
hat uns - -